Bayerns Gesundheitsminister und das KWS beim Altenhilfekongress der Caritas in Regensburg

Rund 4.500 Menschen beschäftigt der Caritasverband im Bistum Regensburg in der Altenhilfe. An sie richtete sich der Caritas-Altenhilfekongress. In der Podiumsrunde waren unter anderem Bayerns Gesundheitsminister Klaus Holetschek und der Robotertechnik-Forscher Professor Sami Haddadin. Das Katholische Wohnungsbau- und Siedlungswerk der die Diözese Regensburg (KWS) präsentierte sich auf der begleitenden Fachmesse. 

Werden uns später Roboter pflegen? Oder doch zumindest die Medikamente anreichen und beim Aufstehen helfen? Brauchen wir in Zukunft Roboter, um dem Fachkräftemangel in der Pflege zu begegnen? Diese und andere Fragen diskutierten Expertinnen und Experten der Pflegebranche kürzlich beim Altenhilfekongress der Caritas Regensburg im Kolpinghaus.

Das Programm war hochkarätig: Bayerns Gesundheitsminister Klaus Holetschek war digital zugeschaltet. Ebenfalls in der Podiumsrunde saßen Diözesan-Caritasdirektor Michael Weißmann und Claudia Hauck, Geschäftsführerin der Caritas-Gemeinschaft für Pflege- und Sozialberufe e.V., sowie einer, der die Pflege revolutionieren möchte: Der Ingenieur und Robotertechnik-Forscher Professor Sami Haddadin.

„Schon vor Corona musste jedem klar sein: Pflege ist eine tragende Säule unserer Gesellschaft. Die Pandemie hat uns das noch einmal dramatisch vor Augen geführt”, sagte Weißmann. Bayerns Gesundheitsminister Holetschek hat viel vor. „Jetzt ist das Fenster geöffnet.“ Er will mit einer Reform das Pflegesystem tiefgreifend umgestalten. Er nannte als Beispiele steuerlich begünstigte Zuschläge für Nacht- und Wochenenddienste, aber auch den Bau von Wohnungen für Pflegefachkräfte und den Umbau der Pflegeversicherung. „Wir dürfen nicht beim Applaus und den guten Worten stehen bleiben. Es wird unter den Pflegekräften nur Vertrauen geben, wenn wir Taten folgen lassen“, sagte der Minister.

Claudia Hauck, Geschäftsführerin der Caritas-Gemeinschaft für Pflege- und Sozialberufe, betonte, dass die Coronakrise die Schwächen des Gesundheitssystems sichtbar gemacht habe. Hauck plädierte für mehr Selbstfürsorge unter den Pflegekräften sowie besserer Organisation untereinander. „Die Pflege muss dort mitreden, wo Entscheidungen getroffen werden.“

Professor Sami Haddadin möchte mit Technologie den Pflegesektor wandeln und voranbringen. Im Mai 2021 nahm das Patent- und Markenamt eine seiner Erfindungen in die Liste der Meilensteine deutscher Erfindungen auf: den taktilen Roboterarm. „Die Pflegeroboter haben buchstäblich ‘Fingerspitzengefühl’“, sagte Haddadin. Das Ziel, auf das Haddadin mit Assistenzrobotern hinarbeitet, ist, dass den Pflegekräften mehr Zeit für die Arbeit mit den Menschen bleibt. „Pflegeroboter sollen den Menschen nicht ersetzen, sondern ihn unterstützen.“ Assistenzsysteme und digitale Lösungen nehmen Pflegefachkräften idealerweise körperlich anstrengende und monotone Tätigkeiten ab, wie beispielsweise die Dokumentation.

Bei einem solch hochkarätigen Kongress durfte auch das KWS nicht fehlen. Das kirchliche Wohnungsbauunternehmen kooperiert bereits in vielen Projekten mit der Caritas. Das KWS informierte auf der Fachmesse über das „Seniorenwohnen Plus“, ein Modell für altersgerechtes Wohnen. „Beim Altenhilfekongress der Caritas begegnet man der geballten Pflegekompetenz aus der gesamten Diözese Regensburg. Das sind für uns wertvolle Begegnungen, die auch uns weiter voranbringen“, sagt Maximilian Meiler, Geschäftsführer des KWS.

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