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Spatenstich für Pilotprojekt in Gerbrunn 14 Mietwohnungen – Über 7 davon kann die Gemeinde entscheiden

29.04.2019

Mit dem Spatenstich in der Friederike-Nadig-Straße 13 begann ein in Unterfranken wohl
wegweisendes Projekt: Das St. Bruno-Werk baut in Gerbrunn ein Mehrfamilienhaus mit 14
Wohnungen, die Gemeinde hat bei der Hälfte davon 15 Jahre lang das Belegungsrecht. „Das ist
ziemlich einzigartig in der Region Mainfranken“, so der Geschäftsführende Vorstand des St. BrunoWerks Frank Hermann.

„Die Mieten für die Wohnungen bewegen sich zwischen 7,50 und 10 Euro pro
Quadratmeter.“ Dazu kommen ein umweltfreundliches Energiekonzept mit Erdwärmeheizung
(Geothermie) und Photovoltaik. Die ersten Mieter sollen im Herbst 2020 einziehen. Das St. BrunoWerk investiert rund 3,1 Mio Euro in dieses Projekt.


Geplant haben das Projekt die Architekten Frank + Stirnweiss aus Gerbrunn, die Arbeiten werden
hauptsächlich von regionalen Firmen ausgeführt. Das Gebäude wird in Massivbauweise auf dem rund 1.130
Quadratmeter großen Grundstück erstellt und hat die Effizienzklasse KfW 55. Die hellen und freundlichen
Wohnungen sind zwischen 43 und 96 Quadratmeter groß, verfügen über barrierefreie Zugänge und haben
Balkone. Jede von ihnen hat eine angenehme Fußbodenheizung mit Einzelsteuerung sowie
Isolierglasfenster.


Unter dem Mehrfamilienhaus entsteht eine Tiefgarage mit sieben Kfz-Parkplätzen, darunter ein
Behindertenparkplatz sowie Stellplätzen für Motorräder und Fahrräder. Von der Tiefgarage aus geht es mit
dem Aufzug auf die jeweilige Etage des viergeschossigen Hauses. Weitere Stellplätze für Autos gibt es im
rückwärtigen Bereich.

Pilotprojekt für bezahlbaren Wohnraum
Gebrunn hat als Gemeinde die Zugriffsrechte auf die Hälfte der Wohnungen – ein wegweisendes Modell.
Der Erste Bürgermeister Stefan Wolfshörndl berichtet: „Die Richtlinien und Kriterien für die Vergabe der
Wohnungen werden in einer der kommenden Sitzungen vom Gemeinderat festgelegt. Ziel wird es sein,
Wohnraum für Bürgerinnen und Bürger zur Verfügung zu stellen, die ihren Wohnraumbedarf nur schwer am
freien Markt decken können. Zur Erreichung dieses Ziels werden sich die Auswahlkriterien deshalb
voraussichtlich in erster Linie an familienpolitischen und sozialen Gesichtspunkten orientieren.“


Ökologisch-innovatives Energiekonzept
Aufgrund der günstigen geologischen Gegebenheiten können hier sogenannte Erdwärmesonden zum
Einsatz kommen. Hierzu werden auf dem Grundstück insgesamt 20 Bohrungen erstellt, die bis zu 70 Meter
tief reichen. In dieser Tiefe herrschen konstante Temperaturen von 8 bis 12 Grad Celsius. Mit einer
Soleflüssigkeit wird diese Wärme über ein Rohrsystem in jede Wohnung geleitet. Dort wird mittels einer
Wärmepumpe die enthaltene Wärme entzogen und dem Heizwasser zugeführt. Dieses wird auf ein so
hohes Temperaturniveau angehoben, dass es zur Gebäudeheizung und Warmwasserbereitung ausreicht.
Somit können 75 % der benötigten Energie des Gebäudes mit kostenloser Umweltwärme erzeugt und die
Betriebskosten der Bewohner dauerhaft niedrig gehalten werden.


Zur weiteren Energieeinsparung wird auf dem Flachdach des Neubaus eine Photovoltaikanlage installiert,
um die allgemeinen Bereiche wie Treppenhaus, Tiefgarage oder Aufzug mit Strom zu versorgen.