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Sozialeinrichtungen und Mietwohnungen bilden eine perfekte Einheit bei „St. Ludwig“ in Nürnberg

20.08.2015

Rund 8,5 Mio. € hat die Joseph-Stiftung für den Bau von 50 neuen Mietwohnungen an der Pfälzerstraße in Nürnberg aufgewendet. Allerdings erhielt das kirchliche Wohnungsunternehmen hohe Fördermittel durch den Freistaat Bayern (unter anderem auch dem Programm „IQ - innerstädtische Wohnquartiere“) und die Stadt Nürnberg. Die Erzdiözese Bamberg hatte zuvor schon eine erhebliche Summe investiert, um eine geeignete, größtenteils familienspezifische Infrastruktur zu schaffen.

Erzbischof Dr. Ludwig Schick segnet die neue Wohnanlage der Joseph-Stiftung in Nürnberg an der Pfälzerstraße und ihre Bewohner. | Foto: bs Nachdem die Franziskaner sich aus dem Kloster „St. Ludwig“ zurückgezogen hatten, galt es zunächst, die Immobilien auf dem weitläufigen Kirchengelände bedarfsgerecht zu nutzen, neuzuordnen bzw. auch zu ersetzen. Ausgehend von der Renovierung der großen Pfarrkirche sowie der Eröffnung eines Caritas-Beratungszentrums und einer Straßenambulanz im ehemaligen Klostergebäude folgten der Neubau einer Kindertagesstätte und eines Gemeindezentrums. Nach dem Abriss der alten, nicht wirtschaftlich zu sanierenden Einrichtungen war Platz, um „Wohnraum für alle Lebensphasen“ zu errichten. Hier betätigte sich die Joseph-Stiftung selbst als Investor, während sie die vorangegangenen Maßnahmen zwar betreute, aber nicht als Bauherr auftrat.

Erzbischof Dr. Ludwig Schick freute sich, jetzt zum fünften Mal in dem früheren Klosterareal zu sein, um etwas Erneuertes bzw. Neues zu segnen. Er meinte, dass man im Falle von „St. Ludwig“ von einer wirklich gelungenen Konversion im ursprünglichen Wortsinn sprechen könne: Verwandlung zum Besseren. Sozialeinrichtungen und die zum Juni 2015 bezogenen Wohnungen würden eine perfekte Einheit bilden.

Der Erzbischof zeigte sich froh, dass auch die jüngste Baumaßnahme wieder Personen mit geringem Einkommen zu Gute kommt. Er mahnte: Eine Gesellschaft, die nicht auch den Rand stärkt, wird übergewichtig in der Mitte und wird dort einbrechen."

Hervorragende Teamarbeit der zuständigen Stellen
Stiftungs-Vorstand Reinhard Zingler lobte er die hervorragende Teamarbeit. Sowohl mit den zuständigen Stellen im Innenministerium (Oberste Bayerische Baubehörde) als auch in der Nürnberger Stadtverwaltung (Planungsamt und Wirtschaftsreferat mit der Stabstelle „Wohnen“) sei die Abstimmung sehr konstruktiv und somit angenehm kurz gewesen. Ein eigener Wettbewerb zur Gestaltung der Freianlagen sei umgesetzt worden. Für das ganze Quartier sei ein echter Mehrwert entstanden. Ziel sei gewesen, die Stadt zu beleben und zugleich geschützte Bereiche anzulegen.

Reinhard Zingler hob hervor, dass Nürnberg anders als andere Städte in der Region auf die realen Umstände reagiert und ihren Stellplatzschlüssel bei gefördertem Wohnungsbau von 1,0 auf 0,5 gesenkt hat. So könnten (fast) alle Fahrzeuge von Bewohnern und Mietarbeitern der kirchlichen Einrichtungen in einer Tiefgarage untergebracht werden. Zudem sei das gesamte Wohnumfeld frei von Barrieren, was im Übrigen Offenheit signalisiere.

Joseph-Stiftung ein sehr verlässlicher Partner
Joachim Herrmann, Bayerischer Staatsminister des Innern, für Bau und Verkehr, nannte eine Fördersumme von über 5 Mio. €, mit der sich der Freistaat bei der aktuellen Wohnungsbaumaßnahme engagierte. Hand in Hand mit seiner Behörde habe die Joseph-Stiftung in den vergangenen Jahren immerhin fünf Modellprojekte verwirklicht und sich als überaus verlässlicher und vorbildlicher Partner erwiesen. Rund 200 Wohnungen seien auf diese Weise entstanden, wofür es wie im Fall von „E %“ in Ansbach beachtliche Auszeichnungen gegeben habe. Auch in Nürnberg sei wieder ausgesprochen Gutes gelungen.

Der Minister bat darum, beim Bemühen um weiter dringend benötigten, neuen Wohnraum nicht nachzulassen. Die vorhandenen, knappen Flächen müssten intelligent genutzt werden. Mit Hinweis auf den Strom von Flüchtlingen nach Deutschland wandte der Politiker sich direkt an Erzbischof Schick, die Kirchen mögen ihre Grundstücksreserven prüfen und geeignetes Bauland zur Verfügung stellen.

Nürnbergs Oberbürgermeister Dr. Ulrich Maly, der zugleich dem Bayerischen Städtetag vorsteht, plädierte dafür, die staatlichen Ausgaben neu zu gewichten. Während in Deutschland jährlich 5 Mrd. € für Wohnungsbauförderung aufgewendet würden, stünden Kosten für die Unterbringung, z. B. Wohngeld, mit 15 Mrd. € zu Buche. Mit Letzteren würde aber keine einzige zusätzliche Wohnung geschaffen.

In Bezug auf die neue Wohnanlage bei „St. Ludwig“ bemerkte der Nürnberger Rathauschef: „Würden wir einen Zuckerbäcker beauftragen, eine Stadt zu modellieren, würde sie so aussehen." Hier werde bewiesen: „Urbane Stadtentwicklung kann auch grün sein."


Weitere Informationen:
http://www.joseph-stiftung.de/aktuelles/gelungene_konversion_bei_st_ludwig_in_nuernberg_verwandlung_zum_besseren