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Eine Wohnung ist das Spiegelbild der Seele

29.04.2019

Das in der Diözese Würzburg tätige Unternehmen St. Bruno-Werk feierte seinen 70. Geburtstag mit
einem Gottesdienst und anschießender Feierstunde. Der Geschäftsführende Vorstand Frank
Hermann begrüßte die Bruno-Werk-Familie herzlich und dankte allen für ihr Engagement und ihren
täglichen Einsatz.

 „Die hauptberuflichen Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter, die nebenberuflichen
Ansprechpartner vor Ort, unser Aufsichtsrat und die Vertreter leisten mit ihrer Tatkraft einen
wichtigen Beitrag zum Erfolg der Genossenschaft!“. Der Aufsichtsratsvorsitzende Dr. Adolf Bauer
betonte, dass es sehr wichtig sei, in Dankbarkeit ein Miteinander zu finden: „Wir stehen auf den
Schultern unserer Vorfahren, haben Mut gezeigt und Kompetenz.“

Das Jubiläum startete mit einem Gottesdienst in der Pfarrkirche St. Gertraud Würzburg, den der emerierte
Domkapitular Dr. Jürgen Lenssen hielt. In seiner Predigt zeigte er auf, wie wichtig „Wohnen“ für die
Menschen ist. „Eine Wohnung geben ist mehr als ein Mietvertrag!“ Denn eine Wohnung sei ein Ort, an dem
man Vertrauen, Schutz und Geborgenheit finden kann. „Die Wohnung ist das Spiegelbild der Seele. Wenn
man etwas über einen Menschen wissen möchte, sollte man sich seine Wohnung anschauen, denn dort
findet man alles, was eine Person ausmacht.“

Frank Hermann betonte beim anschließenden Festakt in seiner Ansprache, dass das Motto „Wohnungsbau
ist Dombau“ des ehemaligen Bischofs Dr. Julius Döpfner immer noch das Leitbild des St. Bruno-Werks sei.
Er führte aus, dass der Name und das Logo der Genossenschaft auf den damaligen Bischof Bruno von
Würzburg zurückgehen, der im 11. Jahrhundert den Würzburger Dom erbaute.

Karl Stahl ist seit 1956 Mitglied des St. Bruno-Werks, seit 1966 im Aufsichtsrat und seit 1996 dessen
Ehrenvorsitzender. Er gab einen beeindruckenden Rückblick auf die Geschichte der
Wohnungsgenossenschaft: „Im März 1945 war Würzburg zu 90 Prozent zerstört, auch Schweinfurt und
Aschaffenburg litten unter den Nachwirkungen des Zweiten Weltkriegs.“

Bei der Gründungsversammlung am 23. Januar 1949 zählte das St. Bruno-Werk 212 Mitglieder, Ende des
Jahres bereits über 2.000 und heute rund 3.500. Seit ihrem Bestehen hat die Wohnungsgenossenschaft in
Unterfranken Wohnungen gebaut, modernisiert und vermietet. Ebenso errichtete es Senioreneinrichtungen
wie St. Thekla Würzburg oder strukturierte Gut Heuchelhof um zu einer Begegnungsstätte. Für die
gelungene Gestaltung des Neubauprojektes Gartenstraße erhielt das St. Bruno-Werk im Jahr 2018 den
renommierten Antonio-Petrini-Preis der Stadt Würzburg. Karl Stahl dankte der Diözese Würzburg und ihren
Finanzdirektoren für die immer offenen Ohren und die finanzielle Unterstützung, ohne die manche Projekte
nicht möglich gewesen wären.


Der ehemalige Stadtbaurat Prof. Christian Baumgart stellte seine Rede unter das Motto „Bauen für
Menschen“. Nicht immer hatten die Menschen ein Dach über dem Kopf, erst mit der Industrialisierung
begann der Wohnungsbau für die Bevölkerung. In den 20er Jahren tauchte erstmalig der Begriff
Sozialer Wohnungsbau auf und die Forderung nach bezahlbaren Wohnraum wurde laut. So wie heute auch,
denn schon damals herrschte akuter Wohnungsmangel. Das St. Bruno-Werk hat in den 70 Jahren seines
Bestehens Zeichen gesetzt und in diesem Bereich hervorragende Arbeit geleistet. Er schloss mit den
Worten: „Seien sie stolz auf Ihr Bruno-Werk, Sie haben allen Grund dazu!“