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Apostolischer Administrator für Kirgisistan durfte beim St. Gundekar-Werk Eichstätt eine „Fügung Gottes“ erfahren

03.02.2014

Nachhaltig tätig zu sein, hat sich das St. Gundekar-Werk Eichstätt auf die Fahne geschrieben. – Sogar dann, wenn es spendet. Deshalb hat Geschäftsführer Peter-Stephan Englert jetzt bei einem Besuch des Apostolischen Administrators für Kirgisistan, Bischof Nikolaus Messmer SJ, in der Hauptverwaltung der Wohnungs- und Städtebaugesellschaft in Schwabach für dessen pastorale und soziale Arbeit in einer bitterarmen Region Zentralasiens nicht einfach einen einmaligen Betrag übergeben. Nein, damit das Oberhaupt der dortigen Katholiken Planungssicherheit bis zum Ende des Jahrzehnts hat, kündigte Englert an, die Zahlung bis 2020 jährlich zu wiederholen.

Bischof Nikolaus Messmer kann sich über eine siebenjährige Unterstützung seiner Jugend- und Seniorenprojekte durch das St. Gundekar-Werk Eichstätt freuen. Bischof Messmer konnte laut seinem Begleiter, dem ehemaligen Eichstätter Diözesanbaumeister Architekt Karl Frey, ob dieses unerwartet großzügigen Geschenks zunächst nicht glauben, dass ihm für seine Projekte in der Jugend- und Seniorenarbeit auf Dauer eine finanzielle Perspektive an seinem Amtssitz in Bischkek gegeben wurde. Später habe er von einer „Fügung Gottes“ gesprochen.

Karl Frey erfüllt trotz Ruhestands noch immer diverse „Sondermissionen“ seines Diözesanbischofs Dr. Gregor Maria Hanke OSB. Eben bei einer solchen lernte er Bischof Messmer besser kennen, dessen Mutter nunmehr seit geraumer Zeit nach schlimmen Repressionen durch die damaligen sowjetischen Machthaber in Nürnberg lebt. Als Wolgadeutsche war die Familie von der Krim vertrieben worden nach Kasachstan. Nikolaus, der älteste von neun Kindern musste mit ansehen, wie sein Vater erschossen wurde, und dessen Aufgaben übernehmen. Von jung an trägt er viel Last, ist zurückhaltend und bescheiden geblieben. Sechs seiner Geschwister wählten ebenfalls geistliche Berufe. Er selbst gehört seit 1975 dem Jesuitenorden an. 1989 empfing er die Priester-, 2006 die Bischofsweihe. Nikolaus Messmer leitet eine von fünf Administraturen der römisch-katholischen Kirche in Asien bzw. eine von neun weltweit. Die 16 katholischen Pfarreien Kirgisistans liegen verstreut in einem Gebiet, das doppelt so groß ist wie Portugal. Die Jesuiten engagieren sich unermüdlich in dem Land an den Ausläufern des Himalaya. „Das Leben ist hart in diesem Flecken der Erde“, erklärte Bischof Messmer. Derzeit entsteht in dem überwiegend muslimisch geprägten Land mit Unterstützung von „Renovabis“ und von „Kirche in Not“ das erste neue katholische Gotteshaus mit einer Grundfläche von 9,00 auf 11,00 m. Bei der Instandsetzung des „Pfarrzentrums“, in dem bisher die Gottesdienste stattfinden, hilft die Diözese Eichstätt. 

Während eines lediglich dreitägigen Deutschlandaufenthalts auch Einblick in die Arbeit eines kirchlichen Wohnungsunternehmens zu erhalten, ermöglichte dem Bischof von Kirgisistan dessen Freund Karl Frey, zumal dieser den stellvertretenden Aufsichtsratsvorsitz beim St. Gundekar-Werk inne hat. Am 29. Januar 2014 war es schließlich so weit. Peter-Stephan Englert und seine beiden Prokuristen Werner Rieder und Sebastian Pietz baten den hochrangigen Besucher um einen Eintrag ins Gästebuch des Unternehmens und überreichten diesem einen Spendenscheck über 1.200,00 €. Da aber für das St. Gundekar-Werk das Wort Nachhaltigkeit keine leere Worthülse darstellt, erhielt Bischof Messmer von Geschäftsführer Englert die Zusage, dass das Wohnungsunternehmen der Diözese Eichstätt auch in den Jahren 2015 bis 2020 ihm jeweils eine Spende in Höhe von 1.200,00 €, also insgesamt sieben Mal, zur Verfügung stellt. Mit dieser Überraschung im Gepäck trat der Apostolische Administrator voller Dankbarkeit seine Rückreise an.


Der Begriff Nachhaltigkeit ist in aller Munde, doch was bedeutet er eigentlich genau? – Ursprünglich wird damit eine forstwirtschaftliche Regel des 18. Jahrhunderts bezeichnet, nach der nur so viel Holz geschlagen werden darf, wie im gleichen Zeitraum nachwächst. Berühmt wurde das Wort 1987 durch den Bericht der Weltkommission für Umwelt und Entwicklung. Seither bedeutet nachhaltiges Handeln, die sozioökonomische Entwicklung zukunftsfähig zu machen. Im Wortlaut heißt es: „Dauerhafte Entwicklung ist Entwicklung, die die Bedürfnisse der Gegenwart befriedigt, ohne zu riskieren, dass künftige Generationen ihre eigenen Bedürfnisse nicht befriedigen können.“